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DIABETES

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DIABETES mellitus (Zuckerkrankheit)



Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch erhöhte Blutzuckerwerte gekennzeichnet ist. Im Wesentlichen wird zwischen zwei Formen der Erkrankung unterschieden:



Diabetes mellitus Typ 1

Der Typ-1-Diabetes entsteht durch einen Mangel am Hormon Insulin, das normalerweise in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Die Insulin bildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse werden hierbei durch körpereigene Abwehrstoffe, sog. Antikörper, zerstört. Daraus entsteht der klassische Insulinmangel-Diabetes, der meist im Kindes- oder Jugendalter beginnt und auch als "juveniler Diabetes" bekannt ist. Diese Diabetesform gibt es aber auch beim Erwachsenen.

Diabetes mellitus Typ 2


Der Typ-2-Diabetes entsteht durch eine verminderte Empfindlichkeit der Körperzellen auf Insulin (Insulinresistenz). Die jahrelange Überproduktion von Insulin führt letztlich zu einer "Erschöpfung" der Insulin produzierenden Zellen.

Darüber hinaus wird das bei der Nahrungsaufnahme gebildete Darmhormon GLP-1 bei Diabetikern in geringerem Ausmaß hergestellt: GLP-1 vermindert ein anderes Hormon der Bauchspeicheldrüse, das Glukagon, und regt die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse an. Wird weniger GLP-1 gebildet, trägt dies zu einer vermehrten Blutzuckerfreisetzung im Körper bei.
Der Typ-2-Diabetes wird gerne als "Altersdiabetes" bezeichnet, da er meist erst im Erwachsenenalter beginnt (früher im Mittel bei etwa 56 Lebensjahren). Seit die Entwicklung von Übergewicht bis hin zur Fettleibigkeit schon bei Jugendlichen verstärkt einsetzt, werden allerdings immer mehr Teenager und junge Erwachsene "Altersdiabetiker".


Darüber hinaus gibt es seltenere Formen des Diabetes:


Der Schwangerschaftsdiabetes tritt in der Schwangerschaft auf und verschwindet in weiterer Folge wieder. Bei etwa 30 Prozent der betroffenen Frauen stellt sich allerdings innerhalb der nächsten fünf Jahre eine bleibende Zuckererkrankung ein, bei vielen auch zu einem späteren Zeitpunkt.
Bei sekundärem Diabetes entwickelt sich die Zuckererkrankung als Folge von anderen Krankheiten. Hiezu zählen:

  • Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse: Ein Diabetes entwickelt sich erst, wenn etwa 90 Prozent der Insulin produzierenden Zellen zerstört sind.
  • Erkrankungen Hormon produzierender Drüsen mit vermehrter Herstellung von
    • Kortisol bei Cushing-Syndrom
    • Wachstumshormon bei Akromegalie bzw.
    • Schilddrüsenhormonen bei Schilddrüsenüberfunktion
  • Langjährige Medikamenten-Einnahme (z.B. Kortison oder Wasser treibende Medikamente, aber auch viele Nervenmedikamente, sog. Psychopharmaka)
  • Infektionen (z.B. Zytomegalie-Virus oder angeborene Röteln)
  • Selten sind genetische Defekte der Insulin produzierenden Zellen und der Insulinwirkung.


Wie entsteht Diabetes?

Das Hormon Insulin wird in den Langerhans´schen Inseln der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet. Alle Körperzellen benötigen Insulin, um Zucker aus der Blutbahn aufzunehmen. In der Zelle wird der Zucker zu Energie verbrannt. Kann er von den Zellen nicht aufgenommen werden, steigt die Zuckerkonzentration im Blut an. Ist eine bestimmte Konzentration überschritten, gelangt der Zucker in den Harn und wird ausgeschieden.

Beim Typ-1-Diabetes werden die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse durch körpereigene Abwehrstoffe (Antikörper) zerstört. Die Bauchspeicheldrüse kann in weiterer Folge kein Insulin mehr bilden. Beim Typ-2-Diabetes ist die Empfindlichkeit der Zellen auf Insulin vermindert (Insulinresistenz): Das bedeutet, die Zellen brauchen mehr Insulin, um Zucker aus dem Blut aufzunehmen. Die Insulin produzieren-den Zellen der Bauchspeicheldrüse reagieren darauf mit einer vermehrten Ausschüttung des Hormons. Auf Dauer werden die Insulin produzierenden Zellen überlastet, die Produktion nimmt immer weiter ab. Daneben wird ein anderes vor Zucker schützendes Hormon aus dem Darm (Glucagon-like Peptid 1/GLP-1) in geringerem Ausmaß gebildet, was die Zuckerfreisetzung aus der Leber wiederum fördert.

Beide Diabetesformen können familiär gehäuft vorkommen: Sind beide Eltern Typ-1-Diabetiker, liegt das Risiko eines Kindes, ebenfalls zu erkranken, bei etwa 20 Prozent. Ist nur der Vater betroffen, beträgt das Risiko rund fünf Prozent, im Falle der Mutter etwa 2,5 Prozent. Bei Typ-2-Diabetikern dagegen ist in 50 Prozent aller Fälle Diabetes schon in der Familie bekannt.

Typ-2-Diabetes ist besonders bei Personen zu beobachten,

  • in deren Familie bereits Diabetes-Erkrankungen aufgetreten sind
  • die übergewichtig sind
  • sich zu wenig bewegen und über weniger Muskulatur verfügen
    (auch bei Normalgewicht)
  • erhöhten Blutdruck haben
  • erhöhte Blutfette (Cholesterin und Triglyzeride) aufweisen
  • in einer vorangegangenen Schwangerschaft Gestationsdiabetes entwickelt haben.


Welche Symptome treten auf?

Folgende Symptome können bei erhöhtem Blutzucker auftreten:

  • Häufiges Wasserlassen (Polyurie)
  • Starker Durst (Polydipsie)
  • Geringer Appetit und Gewichtsverlust
  • Heißhungerattacken (besonders zu Beginn der Krankheit)
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Kraftlosigkeit
  • Mundtrockenheit und nächtliche Wadenkrämpfe

Diese Symptome sind sowohl bei Typ 1 als auch Typ 2 vorhanden. Bei Diabetes-Patienten mit Typ 1 entwickeln sie sich allerdings im Laufe von einigen Tagen bis wenigen Wochen. Typ-2-Diabetes dagegen entwickelt sich meist über einen weitaus längeren Zeitraum (bis zu zehn Jahre), in dem die Erkrankten zunächst lange Zeit keine oder nur geringe Krankheitsanzeichen zeigen.
In einigen Fällen sind Folgeerkrankungen das erste Zeichen eines Diabetes mellitus. Dabei können folgende Symptome auftreten:

  • Schlecht heilende Wunden, besonders an den Beinen oder Füßen
  • Sehverschlechterung
  • Nervenschädigungen mit Kribbeln oder Gefühllosigkeit in den Beinen
  • Koronare Herzkrankheit

Etwa 75 Prozent der Patienten mit Koronarer Herzkrankheit haben einen Diabetes mellitus Typ 2 oder zeigen im Glukose-Belastungstest eine "Gestörte Glukosetoleranz".



Wie stellt der Arzt die Diagnose?


Die Diagnose wird anhand einer Messung des Nüchternblutzuckers (Glukose-Konzentration im Blut) und eventuell durch einen Glukose-Belastungstest gestellt. Der normale Nüchtern-Blutzuckergehalt bewegt sich im venösen Serum zwischen 70 -100 mg/dl Blut (3,9 - 5,5 mmol/l). Ist der Nüchtern-Blutzucker bei den Messungen an mindestens zwei verschiedenen Tagen höher als 126 mg/dl, leiden Sie an Diabetes. Dazwischen liegt der Übergangsbereich, genannt: "Gestörter Fasten-zucker".

Bei der Bestimmung des Blutzuckers sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie nüchtern sind: Das bedeutet, Sie dürfen acht bzw. besser noch zwölf Stunden vor der Blutabnahme nichts essen und sollten nur Wasser trinken. Haben Sie doch etwas gegessen, so teilen Sie dies Ihrem Arzt jedenfalls mit. In unklaren Fällen wird ein Glukose-Belastungstest durch-geführt, bei dem eine genau festgelegte Zuckermenge (75g) getrunken werden muss. Vor dieser Zufuhr und in bestimmten Zeit-intervallen da-nach wird der Zuckergehalt bestimmt. Wird zwei Stunden nach der Ein-nahme ein Wert über 140-200 mg/dl ermittelt, spricht man von Gestörter Glukosetoleranz, darüber von Diabetes mellitus.

Als Früherkennungsmethode dient auch die Harnzuckeruntersuchung mittels eines Urinstreifentests im Morgenurin oder im Sammelurin über
24 Stunden. Wird Harnzucker nachgewiesen, so ist die Diagnose Diabetes mellitus sehr wahrscheinlich. Gut eingestellte Diabetiker sollten normaler-weise keinen Harnzucker aufweisen. Die Harnuntersuchung ersetzt jedoch nicht die Blutuntersuchung: Zur Kontrolle von Blutzuckererkrankungen wird der HbA1c-Wert, der so genannte Langzeitblutzucker bestimmt. Mithilfe dieses Wertes sieht der Arzt, wie gut der Diabetes in den letzten zwei bis drei Monaten eingestellt war.
Da hilft es also nicht, nur kurz vor einer Kontrolle zu fasten.



Wie wird Diabetes behandelt?

Die Behandlung hängt davon ab, welche Form der Erkrankung vorliegt:

  • Typ-1-Diabetes: Da Insulinmangel die Ursache des Typ-1-Diabetes ist, kann diese Form der Stoffwechselerkrankung nur mit Insulin behandelt werden.
  • Typ-2-Diabetes: Die Basis der Behandlung sind Ernährungsumstellung (insbesondere auch der Ersatz kalorienhaltiger Getränke durch Wasser), Normalisierung des Körpergewichts und regelmäßige Bewegung (ohne Obergrenze). Erst wenn diese Lebensstilmaßnahmen ohne den gewünschten Erfolg bleiben, wird medikamentös behandelt, später, wenn der Insulinmangel größer wird, auch Insulin gegeben. Neu sind Wirkstoffe, die das GLP-1-System nutzen.
  • Schwangerschaftsdiabetes: In der Schwangerschaft sind normale Blutzuckerwerte besonders wichtig, da hohe Werte das ungeborene Kind schädigen können. Bringt eine Ernährungsumstellung keinen ausreichenden Erfolg, wird der Schwangerschaftsdiabetes mit Insulin behandelt. Medikamente können nicht gegeben werden, da auch diese das Kind schädigen können.
  • Sekundärer Diabetes: Hier wird zunächst versucht, die zugrunde liegende Erkrankung zu behandeln. Gelingt dies, verschwindet der Diabetes in vielen Fällen von alleine.


Was können Sie selbst tun?

Die Diabetesbehandlung zielt in einem hohen Ausmaß auf Selbsthilfe ab. Damit ist die Fähigkeit der Patienten gemeint, sich selbst zu behandeln. Dies allerdings ist nur durch Erfahrung und Unterricht möglich.

  • Diesen Unterricht erhält man in einer "Diabetes-Schulung": Im Laufe einer Woche werden alle Aspekte besprochen, die bei Diabetes von Bedeutung sind.
  • Eine Diabetiker-Selbsthilfegruppe bietet wertvolle Unterstützung bei praktischen Fragen.
  • Lernen Sie, den Blutzucker selbstständig mithilfe eines kleinen Messgeräts zu bestimmen und zu beurteilen. So können Sie die Behandlung im Alltag selbst steuern.
  • Eine gründliche Einführung in die Insulintherapie ist für all jene wichtig, die sich das Hormon verabreichen müssen.
  • Nehmen Sie regelmäßig die empfohlenen Vorsorge-Untersuchungen in Anspruch, um Folgeerkrankungen hintan zuhalten bzw. frühzeitig einer Behandlung zuzuführen:
    • Gehen Sie einmal jährlich zum Augenarzt und weisen Sie diesen darauf hin, dass Sie an Diabetes mellitus erkrankt sind.
    • Lassen Sie ein- bis zweimal im Jahr abklären, ob Sie kleine Eiweißmengen über die Niere ausscheiden.
    • Lassen Sie ein- bis zweimal im Jahr einen Stimmgabeltest an den Beinen durchführen.
    • Lassen Sie regelmäßig nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen fahnden (Belastungs-EKG, Ultraschall der Hirn versorgenden Gefäße sowie der Beingefäße)
  • Lassen Sie sich in medizinischer Fußpflege unterweisen. Für Patienten mit Polyneuropathie (Schädigung der Nerven an den Beinen) sind an einigen Zentren eigene Listen mit ausgebildeten Fußpflegern erhältlich.


Wie wird die Behandlung überwacht?

Die Kontrolle des Diabetes mellitus kann beim Hausarzt, in der Diabetes-ambulanz oder in beiden Institutionen vorgenommen werden. Zum Beispiel können die Routinekontrollen beim Hausarzt und die Jahres-kontrollen in der Ambulanz vorgenommen werden. Im Rahmen dieser regelmäßigen Kontrollen soll einerseits untersucht werden, ob die Be-handlung erfolgreich ist bzw. ob Spätkomplikationen entstanden sind oder sich diese verschlimmert haben.

Routinekontrolle (alle drei bis sechs Monate oder nach individueller Beurteilung)

  • Blutprobe zur Bestimmung des Zuckerhämoglobins (HbA1c)
  • Beurteilung der vom Patienten vorgenommenen Blutzuckermessungen
  • Besprechung der Ernährungsgewohnheiten
  • Blutdruckmessung
  • Gewichtsbestimmung

Jahreskontrolle (bei Bedarf auch häufiger)

  • Blutprobe zur Bestimmung des Zuckerhämoglobins (HbA1c)
  • Blutproben zur Bestimmung der Blutfette (Cholesterin, Triglyzeride u.a.)
  • Blutprobe zur Bestimmung der Nierenwerte (Kreatinin und Harnstoff) sowie von Salzen im Blut (Natrium und Kalium)
  • Urinprobe zur Bestimmung der Zucker- und Eiweißausscheidung (Mikroalbuminurie)
  • Augenhintergrund-Untersuchung beim Augenarzt
  • Fußuntersuchung, Vibrationssinn und Fußpulse
  • Gewichtsbestimmung
  • Erhebung der Bewegungsgewohnheiten


Prognose

Bei beiden Diabetesformen können sich Folgeerkrankungen entwickeln. Diabetische Spätkomplikationen bilden sich erst nach einigen Jahren aus.
Beim Diabetes mellitus Typ 1 können mit guter Blutzuckereinstellung langfristig die Schäden an Augen, Nieren und Nerven hintan gehalten werden. Bei schlechter Diabetes-Einstellung können an den genannten Organen nach etwa zehn Jahren Schäden auftreten. Kommt es zu Nieren-schäden, steigt in weiterer Folge auch bei Typ-1-Patienten die Wahr-scheinlichkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Verschlusskrankheit der Beingefäße).

Im Fall des Diabetes mellitus Typ 2 können aufgrund des möglicherweise langen Zeitraums bis zur Erstdiagnose (viele Patienten haben schon jahrelang "ein bisserl Zucker") bereits zu diesem Zeitpunkt Komplikationen auftreten. Beim Typ- 2-Diabetes sind es in der Regel die Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die zuerst auftreten. Nach etwa zehn Jahren nehmen die Schäden an Augen, Nieren und Nerven zu.
Die Behandlung besteht zunächst in guter Zuckereinstellung und guter Zuckerkontrolle. Der Blutzuckergehalt sollte dem von Gesunden ent-sprechen. Wesentlich ist aber auch die Behandlung von ALLEN bestehen-den Begleiterkrankungen, da sich Risikofaktoren gegenseitig verstärken. Deswegen untersucht Ihr Arzt oder Ihre Ärztin so vieles so genau.

Zur Therapie gehört neben einer Lebensstil-Behandlung eine genaue Kontrolle und gute Einstellung der Blutfett- und Blutdruckwerte. Letztere sollte umso strenger ausfallen, je mehr Schäden an Niere und Herzen gegeben sind. Nur eine sorgfältige Kontrolle der Zuckerkrankheit und aller begleitenden Risikofaktoren kann die Wahrscheinlichkeit für diabetische Spätschäden vermindern oder diese sogar verhindern.

 

 

 

Bitte beachte, dass diese Informationen keinesfalls einen Besuch beim Arzt/Ärztin ersetzen können und sollen. Wende dich bitte bei Fragen in jedem Fall an ärztliches Fachpersonal.


 

Quelle: netdoktor

 

 
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